Sicherheitsklassen in Rechenzentren

Jeder sollte mit Rechenleistung Geld verdienen!

Sicherheitsklassen in Rechenzentren

Fast nichts mehr auf der Welt funktioniert ohne Rechenleistung. Diese wird zu großen Teilen in Rechenzentren erzeugt. Doch längst nicht jedes Datacenter besitzt die gleichen Qualitäten. Der so genannte „Tier“-Standard gibt darüber Auskunft.

Es gibt 4 Klassen: Tier-1 bis Tier-4. Was zählt sind: Verfügbarkeit, Single Point of Failure sowie Entwärmungsleistung. Mindestverfügbarkeiten garantiert heute jedes Rechenzentrum durch sogenannte „Service Level Agreements“. Dahinter verbirgt sich die Wahrscheinlichkeit, dass ein System bezogen auf einen festgelegten Zeitraum funktioniert – zum Beispiel zu 99,9 Prozent. Wie aber erhält der Kunde, der die Rechenleistung bucht, Angaben zur Ausfallsicherheit des gewählten Systems?

Tier 1 – Einfachste Anforderungen
Für Rechenzentren im Level Tier 1 ist keine Redundanz gefordert. Es besteht nur ein einziger Versorgungsweg für Energie und Kälteverteilung, oft auch für die Anbindung ans Internet. Das System ist daher nicht fehlertolerant und auch eine Wartung im Betrieb ist unmöglich.

Tier 1 fordert die geringste Entwärmungsleistung von 220 bis 320 Watt pro Quadratmeter. Aus der Beobachtung entsprechender Rechenzentren ergibt sich eine jährliche Ausfallzeit von 28,8 Stunden, was einer 99,67-prozentigen Verfügbarkeit entspricht (bei 365 Tagen Betrieb im Jahr).

Tier 2 – einfache Redundanz vorhanden
Die zweite Stufe in der Tier-Klassifizierung unterscheidet sich im Wesentlichen dadurch, dass redundante Komponenten verwendet werden und eine Entwärmungsleistung von 430 bis 540 Watt pro Quadratmeter nötig ist. Bei Tier-2-Rechenzentren ist mit 99,75 Prozent Verfügbarkeit zu rechnen, anders ausgedrückt: mit 22 Stunden Ausfallzeit pro Jahr.

Tier 3 – Fehlertoleranz und live-Wartung möglich
Tier-3-Rechenzentren verwenden redundante Komponenten, der Server ist zweifach vorhanden sowie mehrfache, aktive und passive, Versorgungswege. Das System wird dadurch fehlertolerant und eine Wartung ist auch während des Betriebs möglich.

Single Point of Failure kommen auch in Tier-3-Rechenzentren vor. Die Entwärmungsleistung liegt bei 1.070 bis 1.620 Watt pro Quadratmeter.

Tier-3-Rechenzentren erhöhen ihre Ausfallsicherheit zudem durch mehrere Brandabschnitte. Insgesamt erreicht ein Rechenzentrum in Stufe 3 bei einer Ausfallzeit von 1,6 Stunden jährlich eine Verfügbarkeit von 99,98 Prozent.

Tier 4 – die Creme de la Creme der Rechenzentren
Rechenzentren mit Tier-4-Level gehen noch einen Schritt weiter: Durch die komplette Redundanz mit doppelten Versorgungswegen sind SPOFs (Single-Point-of-Failure) nahezu ausgeschlossen.

Die Entwärmungsleistung liegt dabei über 1.620 Watt pro Quadratmeter. Mit Tier 4 erhält der Anwender ein äußerst fehlertolerantes System. Bei nur 0,8 Stunden durchschnittlicher jährlicher Ausfallzeit können die Anwender eine Verfügbarkeit von 99,991 Prozent erwarten.

In Ketsch erfüllt unser Core-Room (eine Art Rechenzentrum im Rechenzentrum) den Tier-Standard 2. Fehlende Außenüberwachung, Zugangsbeschränkungen, sowie noch nicht erfolgte Umbauten zum Thema Brandschutz und redundanter Strom-/Klima-Versorgung, lassen uns den Rest des Kellers derzeit nur als Tier-1 Rechenzentrum verwenden. Bis 2025 soll alles so umgebaut sein, dass der gesamte Keller unseres Gebäudes als Tier-3 Rechenzentrum betrieben werden kann.

Etwa 25% der Fläche sollen bis 2026 bis zum Tier-4 Standard ausgebaut werden. Die aktuell aus Köln umgezogene Anlage wurde in den Core-Room migriert und erfüllt somit die Klassifizierung Tier-2.

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